„Es ist nicht meine Art, Menschen zu beurteilen“ Ein Porträt der US-amerikanischen Autorin Rachel Kushner.
Rachel Kushner, deren Roman „Flammenwerfer“ ein internationaler Bestseller wurde, hat sich für ihr neues Buch in die brutale Welt der US-Gefängnisse begeben. Romy Hall, die Hauptfigur in „Ich bin ein Schicksal“ wird zu zwei Mal lebenslänglicher Haft verurteilt, weil sie ihren Stalker erschlagen hat.
Feature von Michael Hillebrecht
Sie hätte verstehen wollen, wie es ist, wenn man zu lebenslanger Haft ohne Aussicht auf Bewährung verurteilt wird, sagt Kushner, die nicht nur den tristen Alltag in einem kalifornischen Frauengefängnis beschreibt. Ihr Roman wechselt mehrfach die Perspektive, rollt die deprimierende Vorgeschichte der Protagonistin auf und lässt daneben auch einen Gefängnislehrer, einen korrupten Polizisten und – in Rückblenden – den getöteten Stalker zu Wort kommen. Dass das Gefängnissystem, so wie es derzeit betrieben wird, nicht funktioniert, wird dabei offensichtlich. Auch wenn es Kushner so im Roman nie formulieren würde. „Ich bin Schriftstellerin, keine Aktivistin“.
© Ö1, Tonspuren, 15.9.2019