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Lesetipp: „Was ich sonst noch verpasst habe“: Man muss sie einfach mögen Die amerikanischen Autorin Lucia Berlin

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Die wundervollen Erzählungen der amerikanischen Autorin Lucia Berlin tauchen tief ein in das Leben.
Von Susanne Mayer

Es ist die Entdeckung des Jahres. Man nimmt dieses Buch in die Hand, ah, der kleine Arche Verlag, schön, blättert, beginnt zu lesen, eine dieser Kurzgeschichten der vor wenigen Jahren verstorbenen Autorin Lucia Berlin, und – Augenaufreißen. Kann man so erzählen? So etwas? Wie in dieser Erzählung, es ist die zweite in diesem Band, in der ein alter Mann seine Enkelin zwingt, ihm dabei zu assistieren, alle seine Zähne zu ziehen? Der Alte ist selber Zahnarzt, Dr. H. A. Moynihan, er ist der Großvater des Mädchens, das erwachsen geworden auf diese irre Episode zurückblickt, in der der Alte es zwingt, die Zange in die Hand zu nehmen. Dann Knirschen, das Glucksen von Whiskey, sein grelles Lachen, „er wurde bewusstlos, seine Lippen schlossen sich wie weiße Muschelschalen“. …

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© DIE ZEIT Nr. 29/2016, 7. Juli 2016 / Online: 21. Juli 2016

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