Von Thomas Meyer. Es ist eines der simpelsten musikalischen Mittel: das Unisono. Zwei oder mehrere Stimmen verlaufen im Einklang. In…
Von Herbert Köhler. Die Exaltierten weinen Tränen vor Lachen. Doch meist fließen sie aus Verletztheit, Liebeskummer, Betrübtheit, Trauer, Aussichtslosigkeit, Melancholie oder Schwermut.
Kein Wunder, dass Tränen zu den populärsten Gemütsbewegungen gehören. Vor allem die Popmusik hat sich ihrer angenommen. In der Klassik hat das Weinen die Trivialebene überwunden und sich edle Formen der Trauer reserviert: Trauermarsch, Klagelieder, Passionsmusik, Requiem. Das Weinen von Tränen ist eine seelisch unterstütze Entlastungstechnik. Die dafür geschriebene Musik kann zum tröstlichen Auffangbecken werden, sobald die Grenze der Sagbarkeit überschritten ist.
© SWR 2, Essay, 3.3.2024
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