Essay: „Technokratie“ Die Renaissance einer politischen Bewegung
Von Markus Metz und Georg Seeßlen (DLF). Wenn Krisen Demokratie und Markt erschüttern, feiern Technokratie-Visionen ihr Comeback. Zwischen TechBros, Elon Musk und Silicon-Valley-Utopien zeigt sich: Die Sehnsucht nach Expertenherrschaft ist so aktuell wie gefährlich.
Technokratie erlebt eine erstaunliche Renaissance. Immer dann, wenn Demokratie und Markt an ihre Grenzen stoßen, erhebt sich die Idee einer Herrschaft der Experten: rational, effizient, krisenfest – und zugleich gefährlich verführerisch.
Historisch wurzelt sie in den Utopien der Antike und den Technocracy-Bewegungen der Zwischenkriegszeit, verbunden mit Visionen einer perfekt funktionierenden Gesellschaftsmaschine.
Markus Metz, geboren 1958, studierte Publizistik, Politik und Theaterwissenschaft, er lebt als Hörfunkjournalist und Autor in München. Zuletzt erschien von ihm „Wir Kleinbürger 4.0. Die neue Koalition und ihre Gesellschaft“ (Edition Tiamat, Berlin) und „Apokalypse & Karneval. Neoliberalismus: Next Level“ (Bertz & Fischer, Berlin), beide gemeinsam mit Georg Seeßlen.
Georg Seeßlen, geboren 1948, hat in München Malerei, Kunstgeschichte und Semiologie studiert. Er war Dozent an verschiedenen Hochschulen im In- und Ausland und schreibt heute als freier Autor unter anderem für Die Zeit, Frankfurter Rundschau, taz und epd‑Film. Außerdem hat er rund 20 Filmbücher verfasst und Dokumentarfilme fürs Fernsehen gedreht.
© Deutschlandfunk, Essay und Diskurs, 7.12.2025