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Essay: Von der Demokratie zur Plutokratie? Wie man den Regimewechsel noch verhindern kann

Von Claus Leggewie. Geld regiert die Welt, eine alte Weisheit, die heute Schule macht. Donald Trump und Elon Musk sind dabei, in den USA die Verbindung von Macht und Geld in Politik zu verwandeln. Ist das eine Entwicklung, die die alten Demokratien substanziell bedroht?

Die Verbindung von Geld und Macht ist ein uralter Zusammenhang. Von Beginn an war demokratische Politik nach dem Abstreifen feudaler Abhängigkeiten und aristokratischer Privilegien von der Idee geprägt, politische Mitwirkung sei an privates Eigentum und Besitz gekoppelt. Das galt für die antiken Volksversammlungen, die wichtige politische Ämter den Vermögenden sicherten, das galt auch für diverse Varianten des Zensuswahlrechts in den liberalen Demokratien Europas im 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Doch Demokratien haben immer mehr Menschen als politisch Beteiligte integriert. Es scheint, als hätte sich diese Expansion erschöpft und als seien die Demokratisierungswellen des 20. Jahrhunderts an ein Ende gekommen. Seit der Jahrtausendwende breiten sich Autokratien aus, die sich oftmals demokratische Mehrheiten sichern und damit legitimieren.

Vor diesem historischen und demokratietheoretischen Hintergrund stellt sich nun die Frage, ob die Weltgesellschaft in einen neuen, postdemokratischen Aggregatzustand eingetreten ist, der auf scheinbar überholte Herrschaftsformen wie Oligarchie (die Herrschaft der Wenigen), eine Plutokratie der Vermögenden, eine Ochlokratie des Pöbels oder auch eine Epistokratie, eine Herrschaft der Wissenden setzt.

Claus Leggewie, Jahrgang 1950, ist Professor für Politikwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen und Mitherausgeber der Blätter für deutsche und internationale Politik. Von 2007 bis 2017 war er Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts in Essen.

© Deutschlandfunk, Essay und Diskurs, 21.4.2025

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