Nachhören

Essay: Gesellschaft ohne Orientierung – Was die Kirchenkrise über den Zustand der Demokratie aussagt

Von Hannah Bethke. Endzeiterzählungen haben in Zeiten tiefgreifender Umbrüche Hochkonjunktur. Das gilt auch für die Kirchen, deren Fundament brüchig geworden ist. Sie müssen zurück zu einer echten Sprache des Glaubens.

Die Kirchen gehören zu den bedrohten traditionellen Institutionen, die der Gesellschaft Orientierung geben und sie entlasten können. Wo sie in Auflösung begriffen sind, weicht das klare Bewusstsein für ethische Grenzen einem radikalen Subjektivismus, der die Demokratie gefährdet. Da gerade die evangelische Kirche sich bis zur Selbstaufgabe politisiert und theologisch ausgehöhlt hat, vermag sie gegen diese Entwicklungen kein Gegengewicht mehr zu bilden. Um einen Weg aus ihrer Krise zu finden, muss sie die Sprache des Glaubens wieder erlernen.  

Hannah Bethke, 1980 in Hamburg geboren, ist Politik-Journalistin bei der „Welt“ und „Welt am Sonntag“. Die promovierte Politikwissenschaftlerin hat zehn Jahre als Dozentin für Politische Theorie an den Universitäten in Leipzig und Greifswald gelehrt. Sie war in zahlreichen überregionalen Zeitungen Redakteurin, darunter in der „FAZ“, „NZZ“ sowie bei „Zeit Online“. Im Februar 2025 erschien ihr Buch „Vom Glauben abgefallen: Mut zur Christlichkeit statt Angst vor dem Zeitgeist. Eine Antwort auf die Krise der evangelischen Kirche“ im Verlag Kösel.

© Deutschlandfunk, Essay und Diskurs, 6.4.2025

(Visited 51 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.