Musiktipps

Europe Jazz Media Charts November 2024

Eine Auswahl aus neuen Jazz von den Jazzreadaktionen Europas, Magazin und Freelancern…Mit Sun-Mi Hong’s Bida Orchestra, Philip Gropper Philm, Gebhard Ullmann und Vitalii Kyianytsia, Bento Box Trio, Nico Chkifi.


Henning Bolte, freelance (Netherlands)
SUN-MI HONG BIDA ORCHESTRA: Invisible Ropes (Bimhuis Records)

Sun-Mi Hongs Bida Orchestra ist eine sechsköpfige, rohe Energieeinheit, die eine außergewöhnliche Dynamik entfesselt, die wilde Attacken und Ausbrüche mit edlen, ebenso mächtigen wie eleganten Bläsersätzen in einer äußerst spannenden, sich gegenseitig nährenden Dialektik vereint. Alte Widersprüche werden aufgehoben, überwunden und spielerisch auf ein höheres, gedeihliches Niveau transformiert. Mit ihrer tief greifenden, federnden Beweglichkeit schafft die Gruppe einen immer stärkeren roten Faden. Sie ist wild, voll ungezügelter und intelligenter Spielfreude, die in Gefilde berührender Schönheit vordringt. Die von der Ausnahme-Schlagzeugerin Sun-Mi Hong konzipierte und geleitete Musik bringt das Potenzial ihrer hochkarätigen internationalen Besetzung mit Mette Rasmussen (as), Alistair Payne (tr), John Dikeman (ts, bas-sax), Jozef Dumoulin (keys) und John Edwards (b) voll zur Entfaltung. Sun-Mi Hong, ein vielversprechender Star aus Amsterdam, ist eine der international meistbeschäftigten und erfolgreichsten jungen Musikerinnen der 30er Generation. Sie ist u.a. mit dem Bida Orchestra auf dem diesjährigen Jazzfest Berlin am Donnerstag, 31. Oktober, zu sehen.


Cim Meyer, All That… (Denmark)
PHILIP GROPPER PHILM: Live at Bimhuis (WhyPlayJazz)


Matthieu Jouan, Citizenjazz.com (France)
BENTO BOX TRIO: Somehow How I Lost My Way (Fjordgata Records)

Das norwegische Trio Bento Box besteht aus vielversprechenden jungen Musikern, die bereits mehr oder weniger etabliert sind. Es ist noch nicht zu spät, sie zu entdecken, hier mit diesem neuen Projekt, das um ihre eigenen Kompositionen herum improvisiert und bei einigen Stücken den Kontrabass von Mats Eilertsen und die Stimme von Sissel Vera Pettersen einbezieht. Die Geige von Tuva Halse hat einen sehr spezifischen, farbigen, bittersüßen Klang, der dem Ganzen eine besondere Note verleiht. Benjamín Gísli Einarsson am Klavier und Øyvind Leite am Schlagzeug sind darauf bedacht, diese primäre Farbe nicht zu verderben, sondern sie zu unterstützen und zu verstärken. Somehow How I Lost My Way ist eine gelungene Überraschung und eine schöne Hoffnung.



© Europe Jazz Media Charts, 11/2024

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