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„Feier der Falte“ Wildes Denken kommt in die Jahre

Alt werden wir alle, wenn nichts dazwischen kommt. Und wenn wir es zugeben. Denn: Alle wollen alt werden, keiner will es sein. In der sozialen Kosten-Nutzen-Rechnung schneiden die Alten nicht gut ab.

Der empathische Wohlklang der Vulnerabilität übersetzte sich in der Pandemie oft in Bevormundung. Und können wir uns den homo digitalis eigentlich als alten Menschen vorstellen?

Wildes Denken aber feiert, in die Jahre gekommen zu sein. Wir verweigern die Einfältigkeit des Jungbrunnens. Stattdessen kleiden wir uns in barocke Faltenwürfe. Anders gesagt: Wir konfrontieren uns mit der Falte zwischen Leib und Seele. Die sieht vielleicht nicht gut aus, steht uns aber trotzdem. In ihr steckt nicht Verlust und Verfall, sondern Erfahrung und Vielheit. Und eins ist sicher: wir nehmen sie mit ins Grab!



© Bayern 2, Nachtstudio, 26.10.2021

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