Festival „Heroines of Sound“ Pionierinnen der elektronischen Musik

Wie kommt es, dass einem, wenn nach elektronischer Musik gefragt wird, immer nur männliche Komponisten einfallen? Ein Festival in Berlin will das ändern. Es heißt „Heroines of Sound“ und präsentiert drei Tage lang elektronische Musik von Frauen.

Von Oliver Kranz

Christine Groult ist in Frankreich eine renommierte Komponistin, in Deutschland aber nahezu unbekannt. Sie gehörte in den 70er Jahren zur Groupe de recherches musicales, die mit elektroakustischen Klängen experimentierte. Die weiblichen Gruppenmitglieder standen immer im Schatten ihrer männlichen Kollegen, sagt Bettina Wackernagel vom Organisationsteam, des Festivals. Sie hat Opernregie und elektronische Medien für Live-Aufführungen in Deutschland und den USA studiert.

„Mir ist das während meines Studiums aufgefallen, dass ich sehr wenig oder fast nie von einer weiblichen Komponistin, außer vielleicht von Clara Schumann, gehört habe. Komponistinnen wie Pauline Oliveros, Laura Spiegel habe ich erst sehr viel später kennengelernt.“

Im vorigen Jahrhundert dominierte bis in die 80er Jahre der männliche Blick. Es gab zwar Frauen in der elektronischen Musik, aber sie beteiligten sich nicht so aktiv an theoretischen Diskursen.

„Es ist auffällig, dass Frauen weniger Schulen gegründet haben, als ihre männlichen Kollegen. Gerade in der frühen Elektronik war die Zeit der 60er Jahre sehr stark davon geprägt, bestimmte Dogmen, Ideologien festzusetzen, Serialismus gegen konkrete Musik auszuspielen und viele Komponistinnen, haben sich dem sukzessiv entzogen.

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© Deutschlandfunk, Corso, 8.12.2016

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