Musiktipps

Festival Wien Modern 2016 „Neue Leitung und letzte Fragen“

Nach zuletzt ruhigen Jahren kommt das Festival „Wien modern“ wieder in Bewegung, was auch am mit dem neuen Kurator Bernhard Günther zusammenhängt. Noch bis zum 30. November kreist das Programm um „letzte Fragen“. Unser Autor hat Antworten.

Von Reinhard Kager

Musik Pierluigi Billone, „Sgorgo“

Hart schlägt Yaron Deutsch seine E-Gitarre an. Spielt oft wild wuselnde Läufe, die er dann wieder zart verklingen lässt. Mit Hilfe elektronischer Effektgeräte schrauben sich diese Klangwirbel förmlich empor bis zur dreißig Meter hohen Decke des Semper-Depots, wo Pierluigi Billones Komposition „Sgorgo“ erstmals vollständig in drei Teilen zu hören war.

Die Wahl des ungewöhnlichen Spielorts hat sich bezahlt gemacht: Auch die Uraufführung von Klaus Langs Ensemblestück „weiße farben“ profitiert von dem einst als Kulissenlager dienenden Raum. Allerdings erzeugt der österreichische Komponist damit einen ganz anderen Effekt als Billone: Auf den Emporen platziert, wölben die Musikerinnen und Musiker des Ensembles oenm eine imaginäre Klangkuppel über das Publikum.

Musik  Klaus Lang, „weiße farben“

Dass leise Klänge dominierend waren in vielen der Konzerte der ersten beiden Wochen von „Wien modern“, ist nicht verwunderlich: Kreist doch das Festivalmotto in diesem Jahr um „letzte Fragen“, also um existenzielle Probleme der Menschen, um Kriege, Terror, Hunger und um den Tod. Die Wahl solch eines dunklen Themas begründet Festivalleiter Bernhard Günther nicht nur mit der weltpolitischen Situation, sondern auch mit dem entsprechenden Echo darauf in der aktuellen Musik…

Festival Wien Modern Resonanzraum für die letzten Fragen

Bernhard Günther im Gespräch mit Holger Hettinger.

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© Deutschlandfunk, 14.11.2016

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