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„Fluxus-Musik als Neueste Musik, als Anti-Musik“ Von Stefan Fricke

Frischer als Cage sollten ihre Sachen sein und als die von Stockhausen, den sie mithin wüst attackierten, sowieso. Die Fluxisten, die erstmals 1962 bei den „Internationalen Festspielen Neuester Musik“ in Wiesbaden ihre neo-dadaistischen Klangkonzepte präsentierten, begriffen das gesamte Leben als Musik.

Gerade im „Golden Age of Fluxus“ – so der Fluxus-Initiator George Maciunas über die ersten Jahre der losen Musiker-Künstler-Kooperative – kämpften die Akteure mit musikalischen Mitteln gegen die Normen der bürgerlichen Kultur, gegen ihren ästhetischen Staub. Die Fluxus-Leute, etwa Nam June Paik, George Brecht oder Ben Patterson, dekonstruierten und demolierten, was bis dahin als unantastbar galt im Gral der „Ernsten Musik“. So sollte Platz für Neues, Neuestes und Anderes entstehen, was auch (später) entstand. Doch das hat die Musikgeschichte lange großflächig vergessen.

© BR Klassik, Horizonte, 17.9.2019

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