Musiktipps

Für Damo Suzuki (1950-2024)

Er war der Verrückte, der ekstatisch tanzte und den Can-Konzerten das gewisse Etwas gab. Für mich ist Can ohne Damo Suzuki unvollständig. Hier einige Nachrufe und Videos. Unvergleiche Zeugnisse.



Damo Suzuki ist tot. Er war von 1970 bis 1973 der zweite Sänger von Can und sang für diese auf den Alben „Soundtracks“, „Tago Mago“, „Ege Bamyasi“ und „Future Days“, die das zentrale Werk der Krautrock-Band bilden. Entdeckt wurde er durch Zufall: als Straßensänger in München, wenige Stunden später gab er mit der Band sein erstes Konzert:  Ein „Glücksfall für ihn und für Can, ein Zufall, der den Verlauf der Musikgeschichte veränderte“, schreibt Albert Koch auf Zeit Online. „Suzukis Gesang, der zwischen demonstrativer Langeweile und ekstatischem Gekreische oszillierte, war das fehlende Element der Spontankompositionen der Band. Assoziativ improvisierte er seine abstrakten Texte auf Englisch, Japanisch und in erfundenen Sprachen, seine Stimme wurde in der Can-Musik zu einem zusätzlichen Instrument.“  Peter Przygodda porträtierte die Band 1972:



Marc Hoch erinnert sich in der SZ an Suzukis Auftritt mit Can im Beatclub, den wir oben eingebunden haben: „Wie er tanzt, schreit, seine langhaarige Mähne mit verzückten Augen vor- und zurückwirft, bildet den idealen Kontrast zu den in allerhöchster Konzentration spielenden Musikern, die den peitschenden Rhythmus bis an der Grenze zur Ekstase vorantreiben.“ Suzuku „verlieh der Band mit seinen vokalen Improvisationen und seinem englisch-japanischen Kauderwelsch ein Flair von weiter Welt“, schreibt Philipp Krohn in der FAZ und geht auch kurz auf Suzukis Arbeiten nach Can in jüngeren Jahren ein, als er unter anderem mit „Omar Rodriguez-Lopez von Mars Volta Musik herausfordernde Musik aufnahm. Auftritte dieser Phase mit Damo Suzuki’s Network hatten nicht mehr den Anarchismus der Siebzigerjahre, aber versprühten immer noch einen Geist des Experiments und der Suche nach neuen Grenzen im Rock.“ © Texte, Links: Efeu / Perlentaucher

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert