Für Emil Mangelsdorff „Jazz ist Freiheit“ Das „Emil Mangelsdorff Quartett“ beim Berliner Jazz-Fest 2010

Eine Würdigung von Holger Zimmer. Geboren im Jahr 1925 in Frankfurt am Main, wusste Emil Mangelsdorff schon im Alter von etwa neun Jahren, dass Jazz „seine Musik“ sein würde. So lernte er erst Akkordeon, später Klarinette, Flöte, schließlich Saxophon.

Emil Mangelsdorff war Teil der Frankfurter „Swing Jugend“, spielte Anfang der 40er Jahre in der „Hot Club Combo“. Er wurde deswegen von der Gestapo auch verhört und verhaftet. Diese Erfahrungen gab er später weiter.

Als Zeitzeuge, als Mahner in vielen Vorträgen, unter dem Titel „Swing tanzen verboten“. Für seine Leistungen als Saxophonist, aber auch als Pädagoge wurde Emil Mangelsdorff oft gewürdigt, mit unzähligen Jazz-Preisen und dem Bundesverdienstkreuz. Er war Wegbereiter für den Jazz, machte mit seinem Bruder Albert Frankfurt nach dem Krieg zur heimlichen Jazz-Metropole Deutschlands.

Bis ins hohe Alter hinein trat er regelmäßig auf. Ein vielseitiger, begeisternder, und vor allen Dingen auch integrer Musiker, das war Emil Mangelsdorf, der am Donnerstag nun im Alter von 96 Jahren verstorben ist. Wir erinnern an ihn und senden daher ein Live-Dokument: Das „Emil Mangelsdorff Quartett“ beim Berliner Jazz-Fest vom 3. November 2010.



© rbbkultur, Late Night Jazz, 23.1.2022

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