„Funny Smells“ Frank Zappa und der Jazz
Frank Zappa war nicht nur Gitarrist und Komponist, sondern auch Bürgerschreck, Ost-West-Handeltreibender, Anti-Zensur-Aktivist, Kalifornienskeptiker und Präsidentschaftskandidat. Zappa empfand aber vor allem eine starke Sympathie für die Musik- und Lebenswelt der Afroamerikaner. Mit Thomas Haak
Als Frank Zappa („Jazz is not dead – it just smells funny“) am 4. Dezember 1993 starb, erschien in einer deutschen Wochenzeitung ein Nachruf mit der Überschrift „King Of Pop“. Ob nun Bandleader, Bürgerschreck, Ost-West-Handeltreibender, Anti-Zensur-Aktivist, Kalifornienskeptiker, Präsidentschaftskandidat, Gitarrist oder Komponist: Francis Vincent Zappa Jr. II – geboren am 21. Dezember 1940 in Baltimore, Maryland – war im Laufe seiner schillernden Karriere vieles, nur eines war er nicht: Der König der Popmusik. Deren Stilmittel bemühte das umtriebige Multitalent aus demselben Grunde, wie die vieler anderer Musikarten auch – beispielsweise um den von ihm verachteten amerikanischen Lebensstil seiner Zeit mit Hohn und Spott zu überziehen.
Tiefgehende Sympathie hingegen empfand der König der Rocksatire zeitlebens für die Musik- und Lebenswelt der Afroamerikaner. Denn in ihr ginge es um die wirklichen Dinge des Lebens: „Um Sex, das Überleben und den Tod!“ Existentielle Momente, die Frank Zappa nicht nur im Rhythm & Blues, sondern immer wieder auch in jener seltsam riechenden Musik namens Jazz wiederfand. Verarbeitet in Projekten mit ganz besonderen Duftnoten wie „Hot Rats“ – „Waka/Jawaka“ oder „The Grand Wazoo“. An die sich in einem Jazz Special Zappa-Weggefährten und Zeitzeugen wie Michael Brecker, Howard Johnson, Klaus Doldinger und Pat Metheny erinnern.
© NDRInfo, Jazz Special, 18.12.2020