Anrüchig?Frank Zappa und sein Verhältnis zum JazzVon Harry LachnerEin Bonmot, so leicht während eines Konzertes 1973 im "The Roxy", Hollywood,…
Frank Zappa war nicht nur Gitarrist und Komponist, sondern auch Bürgerschreck, Ost-West-Handeltreibender, Anti-Zensur-Aktivist, Kalifornienskeptiker und Präsidentschaftskandidat. Zappa empfand aber vor allem eine starke Sympathie für die Musik- und Lebenswelt der Afroamerikaner. Mit Thomas Haak
Als Frank Zappa („Jazz is not dead – it just smells funny“) am 4. Dezember 1993 starb, erschien in einer deutschen Wochenzeitung ein Nachruf mit der Überschrift „King Of Pop“. Ob nun Bandleader, Bürgerschreck, Ost-West-Handeltreibender, Anti-Zensur-Aktivist, Kalifornienskeptiker, Präsidentschaftskandidat, Gitarrist oder Komponist: Francis Vincent Zappa Jr. II – geboren am 21. Dezember 1940 in Baltimore, Maryland – war im Laufe seiner schillernden Karriere vieles, nur eines war er nicht: Der König der Popmusik. Deren Stilmittel bemühte das umtriebige Multitalent aus demselben Grunde, wie die vieler anderer Musikarten auch – beispielsweise um den von ihm verachteten amerikanischen Lebensstil seiner Zeit mit Hohn und Spott zu überziehen.
Tiefgehende Sympathie hingegen empfand der König der Rocksatire zeitlebens für die Musik- und Lebenswelt der Afroamerikaner. Denn in ihr ginge es um die wirklichen Dinge des Lebens: „Um Sex, das Überleben und den Tod!“ Existentielle Momente, die Frank Zappa nicht nur im Rhythm & Blues, sondern immer wieder auch in jener seltsam riechenden Musik namens Jazz wiederfand. Verarbeitet in Projekten mit ganz besonderen Duftnoten wie „Hot Rats“ – „Waka/Jawaka“ oder „The Grand Wazoo“. An die sich in einem Jazz Special Zappa-Weggefährten und Zeitzeugen wie Michael Brecker, Howard Johnson, Klaus Doldinger und Pat Metheny erinnern.
© NDRInfo, Jazz Special, 18.12.2020
