„Geschüttelt, nicht gerührt“ Die Lange Nacht des Ian Fleming
Er hat einen Auftrag und er hat eine Lizenz, die Lizenz zum Töten. James Bond alias 007 ist zum Inbegriff des Geheimagenten geworden. Sein Erfinder Ian Fleming hätte dieses Jahr seinen 101. Geburtstag gefeiert und er steht seinem Helden in nichts nach.
Von Katharina Palm
Er ist Schotte, sieht gut aus, ist kultiviert, spricht fließend Englisch, Deutsch, Russisch und Französisch, liebt schnelle Autos, er trinkt und raucht gerne und viel. Seine große Leidenschaft sind Frauen und er liebt das Meer. Die Rede ist von Ian Fleming, dessen aufregendes Leben in nichts dem seines literarischen Helden und Alter Ego nachsteht.
Ian Fleming hatte zahlreiche Bewunderer und Freunde. Unter ihnen waren Größen wie Prinz Philipp, Graham Greene, George Simenon, Raymond Chandler. Und John F. Kennedy: In der Ausgabe des „Life“ Magazin vom 17. März 1961 erschien eine Liste mit den 10 Lieblingsbüchern von John F. Kennedy. Auf Platz 9 befand sich: „Liebesgrüße aus Moskau“.
Kennedys Frau Jacqueline empfahl das Buch sogar dem Chef des US Geheimdienstes Allen Dulles. Das auch der Kennedy-Mörder Lee H. Oswald, Flemings Bücher liebte, bleibt wohl eine bittere Ironie des Schicksals. Er holte sich die James Bond Bücher aus einer Leihbücherei in Dallas…
© Deutschlandfunk, Lange Nacht, 8.6.2019