Musiktipps

„Gut gebürstete Gitarrensaiten“ Fred Frith im Konzert

Er kennt die Freuden der Geräuschmusik, mit einem Hang zur verschmitzten Melodie. Fred Frith präsentierte sich gewohnt spieltriebig in Berlin. Von Thomas Mauch.

Wie es war? Natürlich ausverkauft. Vor dem Eingang bildete sich eine lange Schlange mit Wartenden, manche hofften, trotzdem noch eine Karte für das Konzert zu bekommen, schließlich war hier der Auftritt eines echten Stars angekündigt …



Ja, genau so war das am Donnerstag im Berliner Exploratorium, dessen Saal nun aber zugegebenermaßen eher bescheiden klein ist. Mit 150 Leuten ist die Hütte voll. Und das mit dem Star ist halt auch relativ. Fred Frith? Kennt man, wenn man sich ein wenig für Avantgarderock, für frei improvisierte Musik und überhaupt alle Seltsamkeiten zwischen Metapunk und Kunstmusik interessiert. Seit den 70er Jahren ist Fred Frith in diesen Welten unterwegs, er war an den Aufnahmen von mehreren Hundert Alben beteiligt. Und er war noch nie in irgendeiner Hitparade vertreten. Taylor Swift verkauft wahrscheinlich an einem Nachmittag mehr Platten als Fred Frith in Jahren.




© TAZ, Kultur, 24.5.2024

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