Nachhören

Harry Lachner: „Zerstören, sagen sie“ Wie man Instrumente und andere Dinge künstlerisch entsorgt

Ein Klavier stürzt aus dem Fenster, einem anderen werden die Tasten angenagelt, eine Gitarre geht in Flammen auf, eine wird mit einem toten Huhn bespielt, eine dritte faucht ihr Leben bei der massiven Konfrontation mit dem Verstärker aus.

Mit Harry Lachner

Ob eine tischgerecht zerschlagene Geige, mikrophonierte Glasscheiben (die vom Künstler blutverlustig zerbissen werden) oder andere Dinge: sie alle tönen ein letztes Mal im Zuge ihrer gewaltsamen Formauflösung. Diese instrumentalen Todesschreie aber sind nicht das Ergebnis einer reinen, selbstgenügsamen Gewaltphantasie: es sind schrill gesetzt Zeichen wider den symbolischen Repräsentationscharakter bestimmter Instrumente, wider das Ideal einer erhebenden, hehren Kunst. „Das Klavier“, sagte Nam Jun Paik 1963, „ist ein Tabu. Es muss zerstört werden“. Aber an diesem Tabu wurde bereits 30 Jahre zuvor gerüttelt – in Cartoons und Animationsfilmen. Nur nahm die Kunstkritik dies – selbstredend – nicht wahr.

Manuskript

© SWR 2, Musikpassagen, 27.11.2016 / Foto: dareksz

(Visited 21 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.