Heute Abend (6.8.21) 21.05 Uhr Bayern 2 hör!spiel!art.mix „Der Tod meines Vaters“ von Hans Noever
70 Jahre Hörspielpreis der Kriegsblinden: Der Autor erinnert sich an den Tod seines Vaters. Einmal assoziativ im Kreis zufällig anwesender Freunde, ein zweites Mal während einer Autofahrt an den Tegernsee, sozusagen als Alleinunterhalter, möglicherweise, um den Fahrer am Einschlafen zu hindern.
Beide Vorgänge sind das Ausgangsmaterial für die Bearbeitung im Studio. „Hans Noever hat ein Originalton-Hörspiel von radikaler Subjektivität geschaffen. Nicht die Phantasie eines Erzählers, sondern konkreter Lebensstoff ist Ursprung des Berichtes. Das Geschehen wird doppelt gebrochen. Der Erzählende kann sich von der Erinnerung nicht lösen, er berichtet – spontan und ohne Selbstschonung – vor zwei verschiedenen Zuhörerkreisen das, was ihn bewegt, in verschiedener Weise. Thema wird dadurch, neben der Hilflosigkeit vor dem Tode, die Erinnerung selbst, ihre Unsicherheit und ihre Entstellung, aber auch ihre tödliche Funktion als Gegenwartsersatz.“ (Jurybegründung Hörspielpreis der Kriegsblinden 1973)
Der Tod meines Vaters
Von Hans Noever
Realisation: Hans Noever
BR/WDR 1972
Hans Noever, geb. 1928, Filmregisseur, Schauspieler, Autor. Gründungsmitglied Filmverlag der Autoren. Filme u.a. Zahltag (1972), Der Preis fürs Überleben (1979) mit Michel Piccoli. Weitere Hörspiele Terror oder wann kommt Vetter Enno (WDR 1971), Was hab ich dir zu sagen (WDR 1974).
Wahrlich ausgezeichnet… im mehrfachem Sinne!