„Himmel, Hölle, Heilsversprechen“ Die Lange Nacht über den Traum von der Unsterblichkeit
Schon in den ältesten Kulturen war der Glaube an ein Leben nach dem Leben verankert. Der Traum von der menschlichen Unsterblichkeit ist wohl so alt wie die Menschheit selbst – und findet sich in vielen Religionen und philosophischen Konzepten. Von Peter Kaiser.
Der Traum von der menschlichen Unsterblichkeit ist wohl so alt wie die Menschheit selbst. Schon in den ältesten Kulturen war der Glaube an ein Leben nach dem Leben verankert, im Hinduismus etwa stirbt nur die menschliche Hülle und Atman, die Seele, geht in ein neues Leben über. Für Christen ist das „Ewige Leben nach dem Tod” das Heilsversprechen per se. Doch der Topos der Unsterblichkeit ist ebenso in den philosophischen Schulen aller Kulturen zu finden. Nach pythagoreischer Lehre etwa wandert die Seele nach dem Tod gemäß ihres irdischen Lebenswandels in den Leib eines niedrigen oder höheren Wesens. „Man kann sich glücklich schätzen, wenn man die Möglichkeit hat zu sterben”, sagt der Philosoph Bernard Williams. Kryonisten sehen das anders. Sie lassen ihren – meist kranken – Körper einfrieren, um sich später, wenn die Unsterblichkeit zu haben ist, wieder auftauen zu lassen. Ab dem Jahr 2045, heißt es, sind die Forscher in der Lage, jenen „Genschalter des Alters” in uns auf ewig umzulegen. Oder wir verschmelzen mit einem Computer zu einer sogenannten „Singularität”. Unsterblichkeit ist auch das Thema in Simone de Beauvoirs Roman „Alle Menschen sind sterblich”. Hier führt uns der Protagonist, der italienische Graf Fosca, durch über 600 Jahre Menschheitsgeschichte. Und er führt uns auch durch diese „Lange Nacht“.
Himmel, Hölle, Heilsversprechen
Eine Lange Nacht über den Traum von der Unsterblichkeit
Von Peter Kaiser
Regie: Beate Ziegs
© Deutschlandfunk, Lange Nacht, 8.4.2023