Hörspiel: „Alice im Wunderland“ Eine bürgerliche Ausschweifung in zwei Teilen von Lewis Caroll
Alice gelangt durch einen Kaninchenbau in eine wundersame Welt, in der sie allerhand skurrile Abenteuer erlebt. Hinter der Kindergeschichte steht eine messerscharfe Analyse des Viktorianismus.
„Carrolls Bücher handeln von der Gesellschaft. Hier, und fast nur hier, besteht Alice ihre Abenteuer; ihr wahrer Schauplatz ist das Parkett; der Kampf geht um die Schicklichkeit; die Waffe ist das Wort. Die Hinrichtungen der Herzkönigin sind nur Spaß; die wahren Exekutionen finden im Gespräch statt. In den Ländern, die Alice durchwandert, stirbt man die Tode der Verlegenheit und des Verstummenmüssens; man wird nicht ermordet, sondern mundtot gemacht; und nicht die Gurgel wird einem abgeschnitten, wohl aber die Antwort. Unversehens ist Alice in einem Irrgarten, in ein Vexierspiegelkabinett des schicklichen Verhaltens geraten, und sie bewährt sich darin schöner als je ein ins Elend verschlagener Märchenprinz.“ (Übersetzer Christian Enzensberger)
Alice im Wunderland (1/2)
Eine bürgerliche Ausschweifung in zwei Teilen
Von Lewis Caroll
Übersetzung aus dem Englischen: Christian Enzensberger
Bearbeitung und Regie: Heinz von Cramer
Mit: Hille Darjes, Ingrid van Bergen, Günther Boehnert, Dieter Borsche, Wiltrud Fischer, Rosemarie Gerstenberg, Eva Garg, Ruth Hellberg, Joachim Johannsen, Marianne Lochert, Horst Michael Neutze, Matthias Ponnier, Roland Schäfer, Rudi Schmitt, Charles Wirths, Grete Wurm
Produktion: WDR / HR 1975
© Deutschlandfunk Kultur, Hörspiel, 25./26.12.2023
Lewis Carroll (1832−1898) war ein britischer Schriftsteller, Fotograf, Mathematiker und Diakon. „Alice im Wunderland“ (1865) ist eines der berühmtesten Kinderbücher der Welt. Es zählt zur Nonsensliteratur und inspirierte andere Schriftsteller wie James Joyce und André Breton.