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Hörspiel: Böhme stirbt in Neustrelitz

Beinahe wäre er der erste frei gewählte Ministerpräsident der DDR geworden, wäre nicht seine Tätigkeit als „Inoffizieller Mitarbeiter“ der Stasi ans Licht gekommen. 1999, vereinsamt auf dem Sterbebett, versucht er sein Doppelleben zu rekonstruieren.

Die Wahrheit über sein Leben will Ibrahim Manfred Böhme für die Nachwelt aufzeichnen, kommt dabei aber nicht einmal über die Frage, ob er in Mexiko oder Bad Dürrenberg geboren ist, hinaus. Und mehr noch als die Anzeichen des nahen Todes plagen ihn Erinnerungen an seine Verstrickung mit einer Institution, deren Namen er nur noch buchstabenweise herauszuwürgen weiß, der S.T.A.S.I. Verzweifelt und herzzerreißend komisch kämpft er sich durch das absurde Verdrängungsgestrüpp.

Böhmes Lebens-Doppelspiel hat Autor Eugen Ruge auch dramatisch als Doppelspiel strukturiert: die fiktive Sterbeszene, die auf authentischen biografischen Details beruht, wird spielerisch ergänzt durch einen – Böhmes Stasi Akte wörtlich entnommenen – aberwitzigen Vorgang aus dem Jahre 1978, der zu seiner viermonatigen Einzelhaft im Stasigefängnis Hohenschönhausen führte.

Böhme stirbt in Neustrelitz
Von Eugen Ruge
Mit Sylvester Groth (Ibrahim Böhme), Eva Weissenborn (Frau Winterfeldt), Klaus Hecke, Roland Hemmo, Volkmar Kleinert, Ursula Werner
Komponist: Dietrich Petzold
Regie: Gabriele Bigott SFB 2002

© Radio 3, Hörspiel, 3.10.2025

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