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Hörspiel: „Male meki“ Von Gerald Zschorsch & Artur Becker

Zur Ursendung schrieb Lorenz Jäger in der FAZ: „Vordergründig dreht sich alles um einen Fisch […]. Und der Fisch – ein Barsch – muss schwimmen, im lokalen Zaubertee, in Bier und Limonade und vor allem im Wodka; er wird dann auch gefangen und am Ende in bester Stimmung beider Völker verspeist. Dazwischen aber hören wir etwas Seltenes: wirkliche deutsch-polnische Gespräche oder eher ineinandergeschobene Stimmen und damit die Ortsgeschichte einer Insel, die zum Gleichnis der großen Welt wird.“

Nachdem in „Schuri Buri“, das erste Stück von Gerald Zschorsch und Artur Becker (hr 2000), eine kleine deutsch-polnische Gefolgschaft von Eigenbrödlern Krakau erkundet hat, zieht es nun den Dichter mitsamt seinem Cicerone weiter nach Masuren.

Dort, an der Grenze zum Ermland, finden sie auf einer winzigen Insel im Dadajsee für einige Zeit Unterkunft. Die wenigen Polen auf der Insel, Sonderlinge wie sie, haben beharrlich ihre eigene Unabhängigkeit bewahrt. Einander zuhören und nicht verstehen – das könnte auch über dieser Begegnung in der versunkenen Landschaft des ehemaligen Ostpreußens stehen.

„Male meki“  Von Gerald Zschorsch & Artur Becker

Mit Ignaz Kirchner, Sylvester Groth u. a.

Regie: Ulrich Lampen

hr 2007

Gerald Zschorsch, 1951 in Elsterberg/Vogtland geboren, lebt in Frankfurt am Main; zahlreiche Lyrikveröffentlichungen. Zuletzt erschien „Es war einmal eine Frau“.

Artur Becker, 1968 geboren als Sohn polnisch-deutscher Eltern in Bartoszyce, lebt seit 1985 in Deutschland; zuletzt erschien „Kosmopolen. Auf der Suche nach einem europäischen Zuhause“.

© HR 2, Hörspiel, 25.4.2018

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