Hörspiel „Moin Vaddr läbt“ und „Alles umsonst“ von Walter Kempowski
Das 1980 urgesendete Hörspiel „Moin Vaddr läbt“, für das der Autor den Hörspielpreis der Kriegsblinden erhielt, ist eine Auseinandersetzung mit dem Thema Krieg – hier allerdings aus sehr persönlicher Perspektive.
In der Jurybegründung hieß es: „Kempowski kleidet seine Klage in traumartige Bilder, er träumt den Vater lebendig, aber er gedenkt trauernd zugleich der Opfer und all derer, die im Krieg gelitten haben. Das gelingt ihm durch die Verwendung einer zwar erfundenen, aus Elementen des Jiddischen, des Schlesischen und Niederdeutschen zusammengesetzten Sprache. Kempowski […] erscheint [..] nicht […] in der Distanz des Erzählers, sondern als ein seinen Vater liebender, an seinen Vater gebundener Mensch, wenngleich er ihn zu den schuldlosen ‚Tätern‘ rechnen muß.“
„Moin Vaddr läbt“ von Walter Kempowski
Mit Ernst Jacobi, Käthe Haack, Friedrich Maurer, Dieter Borsche, Bruni Löbel, Eva Garg, Anette Conrad, Bettina Döser, Matthias Ebert, Elisabeth Miserre, Lars Rösner und Daniel Sailer.
A Ballahd inne Munnohrd kinstlich med Mosseg unde Jesann
Musik: Peter Zwetkoff
Regie: Horst H. Vollmer
hr 1980
Im Anschluss: Alles umsonst
Das Hörspiel „Alles umsonst“ ist als Pendant zu „Moin Vaddr läbt“ zu sehen. Diesmal geht es um die Klärung des Mutterbildes: „Jede Mutter ist Schuld daran, daß ihr Kind auf der Welt ist, also auch die Schmerzen, die das Kind in der Welt erleidet, gehen auf das Konto der Mutter. Irgendwann, ob bewußt oder unbewußt, wird das Kind sich dafür rächen, es fügt seinerseits der Mutter Schmerzen zu.“ [Walter Kempowski]
Mit Ernst Jacobi und Maria Wimmer
Musik: Peter Zwetkoff
Regie: Horst H. Vollmer
hr/WDR 1984