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Hörspiel: „Schießbuden haben noch immer einen Reiz für mich“ nach Ré Soupault

Ré Soupault (1901-1996) gelang jede Kunst, die sie anpackte: Übersetzen, Fotografieren, ein Verwandlungskleid kreieren, Geist kultivieren oder ihr Vélosolex reparieren. Auf diesem Rad mit Hilfsmotor bereist sie 1951 Nachkriegsdeutschland.

Wie das Land, so ist auch Ré im Aufbruch. Dank ihres Fahrtenbuchs pedalieren wir mit. Ihre Beobachtungen sind köstlich, ihre Leibgedanken gesund. Ré floh vor verfetteten Seelen. Mit Kopf und Körper lebte sie ein unmöbliertes Leben. Rein, rege und gar nicht banal: man kriegt sie nicht satt.

„Schießbuden haben noch immer einen Reiz für mich“ nach Ré Soupault

Mit Donata Höffer, Ingo Hülsmann, Meike Droste u.a.

Hörspielbearbeitung: Andra Joeckle

Regie: Christine Nagel

 

Andra Joeckle, 1967 in Freiburg/ Brsg. geboren, promovierte über Uwe Johnson. 2002 Debütroman „Laura und die Verschwendung der Liebe“. Lebt als (Funk-) Autorin und Übersetzerin in Berlin.

 

Ré Soupault, 1901 als Meta Erna Niemeyer in Bublitz, Pommern geboren, studierte von 1921 bis 1925 am Bauhaus in Weimar. 1925 ging sie nach Berlin und arbeitete unter dem Pseudonym Renate Green als Modejournalistin. 1926 heiratete sie den dadaistischen Maler und Filmemacher Hans Richter, von dem sie sich aber nach kurzer Zeit wieder trennte. 1931 gründete Erna Richter in Paris ihr eigenes Modeatelier „Ré Sport“. Mit ihren neuen prêt-à-porter-Modekreationen revolutionierte sie die Pariser Modeszene.

1937 heiratete sie Philippe Soupault, der 1919 mit André Breton »Die magnetischen Felder« geschrieben hatte, den ersten surrealistischen Text der Literaturgeschichte. Ein Teil ihrer verloren geglaubten Negative aus den Jahren 1934 bis 1942 ist in den Souks von Tunis wiedergefunden worden. 1988 erschien der erste Fotoband „Eine Frau allein gehört allen. Fotos aus dem ‚Quartier réservé‘ in Tunis“, 1994 folgte der Fotoband „Paris 1934-1938“. Ré Soupaults fotografische Arbeiten zählen heute zu den bedeutendsten Wiederentdeckungen in der Fotografiegeschichte des 20. Jahrhunderts. Ré Soupault starb am 12. März 1996 in Versailles, sechs Jahre nach Philippe Soupault.

© HR 2, Hörspiel, 27.9.2017

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