Der in Berlin lebende schwedische Saxofonist Otis Sandsjö hat sich in den letzten Jahren zu einem der innovativsten Jazzmusiker Europas gemausert.
Mit seinem „Liquid Jazz“ hat er ein Konzept entwickelt, bei dem sich Jazz und andere populäre Musikstile permanent durchdringen und kaum noch voneinander zu trennen sind. Otis Sandsjös Weg zum Jazzsaxofonisten war alles andere als geradlinig. Er begann einst als Kinderdarsteller in einer schwedischen Fernsehserie. Später wurde er Sänger in einer Reggae-Band. Heute, als Saxofonist, bezieht der 33-Jährige mit großer Selbstverständlichkeit erweiterte Techniken wie Zirkularatmung, den Einsatz von Klappengeräuschen oder Mehrstimmigkeit in sein Spiel ein. Seit 2016 lebt Sandsjö in Berlin. Dort entwickelte er gemeinsam mit dem Bassisten und Produzenten Petter Eldh seine aktuelle, ganz individuelle Musik, die er als „Liquid Jazz“ bezeichnet, zu hören auf bisher zwei CDs seines Projektes Y-Otis. Jazz, Hip-Hop, elektronische Musik und Ambient gehen darin Hand in Hand. Sandsjö lässt diese Stile so organisch ineinanderfließen, dass ein schlüssiger, unverwechselbarer Gesamtsound entsteht. Möglich macht das auch eine aufwändige Produktion, bei der jedem Detail größte Aufmerksamkeit geschenkt wird. Zugleich gelingt Sandsjö und Petter Eldh damit eine auf Offenheit und Überraschungen angelegte Musik.