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„Jacob Räume Zen“ Hörstück in Räumen, Klängen, Gedanken und Geräuschen

Von Johannes S. Sistermanns. Meditation als Quelle der Weisheit: das verbindet den europäischen Mystiker Jacob Böhme (1575−1624) mit dem japanischen Zen-Buddhismus. Diese Geistesverwandtschaft zeigt der Klangkünstler Johannes S. Sistermanns in einer Komposition aus Geräuschen und Stimmen.

„Jacob Räume Zen“ verknüpft die Texte und visionären Bilder von Jacob Böhme mit Erfahrungen und Aussagen des Zen-Buddhismus. Die geistige Nähe dieser geografisch so entfernten Welten nutzt Johannes S. Sistermanns, um die jeweiligen Klangräume miteinander in Berührung zu bringen. Böhmes Texte werden aus seiner Heimatstadt Görlitz in japanische Alltags- und Klosterräume versetzt. Worte von Zen-Mönchen reisen akustisch von Japan in die Lebensräume Jacob Böhmes. Im Verlauf des Stückes verweben sich die Klänge allmählich miteinander. Sie schaffen eine Atmosphäre des begriffslosen Erkennens, in der Böhmes Erfahrungen wortlos aufgehen.



Jacob Räume Zen
Hörstück in Räumen, Klängen, Gedanken und Geräuschen
Von Johannes S. Sistermanns
Mit: Naomi Grundke (Sopran), Wolfgang Schliemann (Schlagzeug), Takeshi Shinohara (Shakuhachi), Zuiten Kashida (Rezitation), Josef Grochalla und Stefan Fricke (Stimmen und Schritte)
Produktion: Deutschlandradio Kultur 2007

© Deutschlandfunk Kultur, Klangkunst, 28.4.2023

Johannes S. Sistermanns, geboren 1955 in Köln, ist Komponist und Klangkünstler. Zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, darunter: Karl-Sczuka-Förderpreis (1997), Deutscher Klangkunst-Preis (2008), Prix Presque Rien (2015), 1. Preis des Internationalen Kompositions-Wettbewerb „Leibniz Harmonien“ (2016) und Deutscher Musikautorenpreis (2020). Über 50 Hörstücke, für Deutschlandradio zuletzt: „loshören“ (DKultur 2012). 2019 war er Gründungsmitglied der Akademie für westöstlichen Dialog der Kulturen.

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