Jazzfestival Schaffhausen 2018 / Review mit Ueli Bernays / Konzert mit den Stefan Aeby Trio und 2 Stunden Konzertausschnitte
Wer hat den Jazz erfunden? Nicht die Eidgenossen. Das Jazzfestival Schaffhausen bietet einheimischen Musikern jährlich ein Forum für profilierte Projekte. Die Konzerte klangen 2018 weder national noch provinziell.
Von Ueli Bernays
Man sollte sich im «Kammgarn» rasch an Kontraste gewöhnen. Auf Dave Gislers lautstarke Gitarristik folgt nämlich das Raffinement des Pianisten Stefan Aeby. Zusammen mit André Pousaz am Bass und dem Schlagzeuger Michi Stulz kultiviert er einerseits den schönen Einzelklang bis in die letzten Vibrationen, bis zum allerletzten Hauch. Andrerseits setzt er auf Steigerungen und weite melodramatische Verstrickungen. Es ist eine Freude, wenn sich im stillen Wasser des Rubato allmählich Leben regt, Konflikte entstehen und Spannung, die die Musik in ein fernes Finale lenkt. Noch mehr Erfolg haben die drei sensiblen Virtuosen mit ihrem im besten Sinne gefälligen Spiel, wenn die Temperaturen dank Ostinati langsam ins expressive Fieber steigen, bis man «Ja» und «Amen» schreien möchte…
Stefan Aeby Trio:
2 Stunden Konzertausschnitte:
© SRF 2, Late Night Concert, 25.5.2018 / NZZ, Feuilleton, 27.5.2018