Nachhören

„Kein Leben wie im Märchen“ Frieda Fischer und ihr Museum für Ostasiatische Kunst

Erst bestaunt und verehrt, dann von den Nazis verfolgt: Frieda Fischer-Wieruszowski; Mitbegründerin des „Museums für Ostasiatische Kunst“ in Köln. Von Berit Hempel.

„Ein Leben wie im Märchen“ überschrieb 1974 eine Zeitung ihren Artikel zum 100. Geburtstag von Frieda Fischer und klammerte dabei den tragischen Teil ihres Lebens einfach aus. Als junge Frau war Frieda Fischer (1874-1945) mit ihrem ersten Mann Adolf mehrere Jahre durch Ostasien gereist. Das Ehepaar sammelte asiatische Kunstgegenstände und kaufte dort ein. Ausgestellt wurden ihre wertvollen Erwerbungen bald in einem eigens gebauten Museum für Ostasiatische Kunst in Köln. Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes im Jahr 1914 übernimmt Frieda Fischer, sehr ungewöhnlich für die damalige Zeit, die Leitung des Museums. Rund zwanzig Jahre hütete sie die Schätze des Hauses, die zu einem großen Teil aus ihrer persönlichen Sammlung stammten. Dann werfen die Nationalsozialisten sie aus ihrem Amt und verbieten ihr grundsätzlich, das Museum zu betreten. Frieda Fischer hatte in zweiter Ehe den jüdischen Juristen Professor Alfred Ludwig Wieruszowski geheiratet. Verarmt und völlig rechtlos flieht das Ehepaar aus Köln. Frieda Fischer stirbt wenige Monate nach dem Tod ihres zweiten Mannes am 27. Dezember 1945 in Berlin.



Kein Leben wie im Märchen – Frieda Fischer und ihr Museum für Ostasiatische Kunst

Von Berit Hempel

Redaktion: Imke Wallefeld
Produktion: WDR 2021

© WDR 3, Kulturfeature, 13.11.2021

(Visited 306 times, 1 visits today)

3 Kommentare zu „„Kein Leben wie im Märchen“ Frieda Fischer und ihr Museum für Ostasiatische Kunst

  • Kai Weber

    In diesem Museum habe ich in einer späten langen Museumsnacht mal Sainkho Namtchylak singen gehört und gesehen. Magisch.

    Antworten
    • portfuzzleBeitragsautor

      Dieses Museum würde ich gern mal besuchen. Und was für eine bewegte Geschichte.

      Antworten
      • Kai Weber

        …mir ist dann gestern noch eine Anekdote eingefallen, weil ich nämlich ein zweites Mal in diesem Museum war, dieses Mal tagsüber in der regulären Ausstellung und gemeinsam mit einer Chinesin. Wir fanden die Ausstellung beide gut, aber was mir besonders in Erinnerung geblieben ist, wie sehr die Chinesin von dem (ziemlich deutschen) Kaffee-und-Kuchen im Museumscafé begeistert war.

        Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.