„Kino für die Ohren“ Porträt der Sängerin Norma Winstone
Norma Winstone gehört seit vielen Jahren zu den großen Stimmen des europäischen Jazz. In ihrer fünf Jahrzehnte währenden Karriere hat die Londoner Sängerin ein Werk geschaffen, das die ganze Bandbreite des zeitgenössischen Jazzgesangs widerspiegelt. Großen Erfolg hatte Norma Winstone in den 70er-Jahren mit dem Quartett Azimuth.
Mit Thomas Loewner
Gemeinsam mit Kenny Wheeler, John Taylor und Ralph Towner machte sie eine Musik, in der introvertierter Kammerjazz und freies Spiel den Ton angaben. Dabei verstand es Winstone meisterhaft, zeitgenössische und traditionelle Ausdrucksmittel in ein Gleichgewicht zu bringen: Konventioneller Jazzgesang traf in der Musik von Azimuth auf lautmalerische Elemente, und bisweilen übernahm Norma Winstones Stimme die Funktion eines zusätzlichen Instruments. Auch in den letzten Jahren hat die Sängerin immer wieder ihre Klasse als ausdrucksstarke Interpretin und fantasievolle Improvisatorin bewiesen. Vor allem im Trio mit dem Saxofonisten und Klarinettisten Klaus Gesing sowie dem Pianisten Glauco Venier entstanden facettenreiche Aufnahmen – so das aktuelle Album ,Descansado’, auf dem das Norma Winstone Trio Filmmelodien verschiedener Epochen neu interpretiert.
© Deutschlandfunk, Jazzfacts, 29.11.2018