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„Klängen verdanke ich mein Dasein“ Morton Feldman zum 100. Geburtstag

Von Egbert Hiller (DRK). „Leinwände der Zeit“ nannte Morton Feldman seine Kompositionen. Jenseits von Expressivität und Rhetorik fasste er Klänge als ureigene Wesen auf – und verknüpfte sie zu einer Musik der magischen Klangzustände.

Vor 100 Jahren wurde Morton Feldman in New York geboren. Zusammen mit John Cage, Earle Brown und Christian Wolff wird er zur New York School gerechnet, die sich in den 1950er/60er-Jahren von der europäischen Avantgarde und deren Konzentration auf strenge Formen und vorgeprägte Strukturen abwandte. Sie begründete eine eigene Tradition und strahlte ihrerseits stark auf Europa aus. Inspirieren ließ sich Feldman auch von der Bildenden Kunst, zumal von Malern des Abstrakten Expressionismus: Philip Guston, Mark Rothko oder Franz Kline. In Anlehnung an Kline definierte Feldman den Klangraum durch das „Schwarz“ der Töne und das „Weiß“ der Stille, der Abwesenheit von Tönen. Statt zu komponieren, schwebte ihm vor, „Klänge in die Zeit zu projizieren“.

© Deutschlandfunk Kultur, Neue Musik, 13.1.2026

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