„Kneift Karadings vorm Krieg?“ Hörspiel von Georges Perec
Weil Kara… – wie heißt er noch? – nicht in Algerien sterben, sondern in Paris bei seiner Liebsten bleiben will, muss ein Trick her. Wie macht man sich untauglich für die Armee?
Das Moped mit verchromter Lenkstange, das im Hof steht, gehört dem Unteroffizier Henri Pollak. Jeden Abend fährt er darauf von der Kaserne in den heimatlichen Montparnasse, um sich in einen Zivilisten zu verwandeln, zu seinen Kumpels zu stoßen und bei reichlich Rotwein über die Welt zu diskutieren. Als sein Freund Kara… – wie heißt er noch? – in den Krieg nach Algerien einberufen wird, wird ein Masterplan ausgetüftelt, um ihn davor zu bewahren. Denn Karadings möchte viel lieber in Paris bei seiner Liebsten bleiben als in den Krieg zu ziehen. Absurd komisch spiegelt Perec den Irrsinn des Krieges wider – und die trotzige Hoffnung seiner grundwiderständigen und zum Anarchismus neigenden Figuren auf einen schnellen Frieden. Die französische Erzählung, nach der dieses Hörspiel entstand, erschien 1966, vier Jahre nach dem Ende des Algerienkriegs.
Kneift Karadings vorm Krieg?
Nach der Erzählung „Was für ein kleines Moped mit verchromter Lenkstange steht dort im Hof?“
Von Georges Perec
Übersetzung aus dem Französischen: Eugen Helmlé
Bearbeitung: Patricia Görg
Regie: Stefan Dutt
Mit: Michael Rotschopf, Martin Engler, Markus Meyer, Max von Pufendorf
Ton und Technik: Alexander Brennecke, Eugenie Kleesattel
DKultur 2006
Eine Wiederholung vom 01.03.2006
© Deutschlandfunk, Hörspiel, 15.1.2025