„Kölner Kongress 2022“ Künstlerische Forschung zu Hörspiel, Podcast, Post-Radiokunst. Von Ania Mauruschat.

Spätestens seit der Corona-Pandemie boomt auch hierzulande der Podcast als relativ neues Audiomedium zur Verbreitung von Informationen, Gesprächen und für den digitalen Vertrieb von Radiosendungen und Hörspielen.

Eher selten kommt es jedoch vor, dass der Podcast künstlerisch so erforscht wird, wie es bei Radio als neuem Medium um 1924 im Katastrophenhörspiel der Fall war. Dennoch gibt es einige wenige, herausragende Beispiele, die genau dies tun, allerdings sollte man sie nicht einfach als Podcasts bezeichnen, sondern als das begreifen, was sie eigentlich sind: Post-Radiokunst.

Der Podcast boomt. Die irisch-australische Journalistin und Podcastexpertin Siobhán McHugh spitzt es zu mit ihrer Feststellung:

„Jeder Mann, jede Frau und sogar deren Hund scheinen einen Podcast zu haben, jede Marke möchte einen haben, (…) jede Firma und Ideologen aller Art tummeln sich im Podcast-Teich.“

Für jüngere Leute ist es auch in Deutschland spätestens seit der Pandemie eine alltägliche Selbstverständlichkeit, sich im Internet Audios verschiedensten Inhalts herunterzuladen und diese auf dem Smartphone mit Ohrstöpseln bei der nächstpassenden Gelegenheit anzuhören.

Für ältere Leute hingegen ist der Druck auf das Knöpfchen am Radiogerät immer noch die zuverlässigste Quelle, um zu hören, was das Programm dort bietet.

Was Podcast und Radio miteinander zu tun haben, insbesondere hinsichtlich ihrer Kunstformen und des künstlerischen Erzählens, ist wahrscheinlich den wenigsten klar – egal welchen Alters. Es lohnt sich darum, die künstlerische Seite von Radio und Podcast etwas genauer zu betrachten, und dabei auch in den Blick zu nehmen, inwiefern sie sich unterscheiden.

Die ursprüngliche und bekannteste Kunstform des Radios ist das Hörspiel.




Ania Mauruschat, geboren 1976, lebt in Berlin und Kopenhagen. Zurzeit ist sie Post Doc am Sound Studies Lab der Universität Kopenhagen und arbeitet zum Thema „Sounding Crisis“. Ihre Forschungsschwerpunkte sind u. a. Sound und Radio Studies, Environmental Humanities und Energy Studies.

© Deutschlandfunk, Essay und Diskurs, 29.5.2022

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