Komponist Jóhann Jóhannsson „Drone Mass“: Eine Himmelfahrt mit Erdschwere
Der 2018 verstorbene Isländer zählte zu den talentiertesten Soundtrack- und Klangkünstlern seiner Generation. Zwischen Klassik, New Age und Brutal-Metal ist auch sein posthum erschienenes Hauptwerk „Drone Mass“ angesiedelt. Von Christian Schachinger.
Spät, aber doch liegt nun beim Label Deutsche Grammophon ein Hauptwerk des 2018 im Alter von nur 48 Jahren verstorbenen Komponisten Jóhann Jóhannsson vor. Seine einstündige Komposition Drone Mass belegt nachdrücklich eines: Der Isländer zählte neben seiner für die Filmmusik von Joker mit einem Oscar ausgezeichneten Freundin und Kollaborateurin Hildur Guðnadóttir, dem ebenfalls aus Island kommenden Ólafur Arnalds oder auch der Britin Mica Levi zu den vielversprechendsten jüngeren Komponisten an der Schnittstelle zwischen Klassik und Experimenten im popkulturellen Umfeld.
Unter der Leitung des Dirigenten Paul Hillier spielte ein Streichquartett gemeinsam mit seiner Vokalgruppe Theatre of Voices zu Jóhannssons live beigesteuerten Elektronikschlieren und Layers eine wilde Mischung.
© Der Standard, 29.4.2022