Konzert: Der Sound der Gegenwart legt in Monheim an – Monheim Triennale 1
Worüber soll man sich mehr wundern: über eine kleine Stadt, die sich in Krisenzeiten langfristig an ein neues Festival für experimentelle Musik bindet oder über das sagenhafte Line-up aus unterschiedlichsten Musikszenen?
Durchreisende Promis auf Stippvisite gibt es woanders. Prominenz gibt es durchaus bei der Monheim Triennale, aber die Musikerinnen und Musiker dieser Festivalneugründung sind gekommen, um zu bleiben. Sie sind gekommen, um miteinander in immer neuen unvorhergesehen Konstellationen zu spielen ohne sich dabei um Genregrenzen zu scheren: Radikale Improvisationen, Songkunst und Soundart werden hier nicht getrennt verhandelt, sondern als das gehört, was sie vor allem sind: Aktuelle Musik und soziale Interaktionen. Auf der Bühne des Festivalschiffs, auf der Baustelle des Kulturzentrums „Sojus 7“, im Cafe „Zum Goldenen Hans“ aber auch in Kirchen und Schulen. Im letzten Jahr beeindruckten Supergroups in der sogenannten „Prequel“-Ausgabe mit 14 Stars unterschiedlicher Szenen von Köln bis Kampala.
Nach dieser Ouvertüre treten bei der ersten offiziellen Ausgabe 2022 nun 16 Klangprotagonisten mit ihren „Signature Projects“ zwischen Jazz, Global, Electronica und Neuer Musik an. Robert Landfermann „Rhenus“, Kris Davis „Emergence Quartet“, Sam Amidon & Band, Sofia Jernberg „Hymns and Laments“, Ingrid Laubrock „Dreamt Twice, Twice Dreamt“
© WDR 3, Konzert, 2.7.2022