Kulturforum Reingehört: Bill Callahan – My Days Of 58 / Drag City
Von Gerhard Emmer. Ähnlich wie früher etwa bei Leonard Cohen oder in der Jetztzeit vergleichbar beim Lambchop-Kurtl – da ist sie wieder, diese unverkennbare, warme Stimme, tief im Ausdruck, sonor und reduziert, sie muss nur die erste Strophe anstimmen und die Hörerschaft kann sich gewiss sein, hier ist der Herrgott daheim: Bill Callahan.
‚My Days Of 58‘ liefert eine Handvoll Denkanstöße und ist vor allem musikalisch Seelenmassage pur, von der ersten bis zur letzten Sekunde, und damit mindestens das beste Callahan-Album seit dem 2011er-Großwurf ‚Apocalypse‘. Oder wie der Songwriter in latentem Understatement sagt: ‚Living room attitude. Living room vibe. Not too loud, not otherworldly‘. In diesem Wohnzimmer lebt sich’s mit diesem Sound vortrefflich.
© Kulturforum, 24.2.2026