Kulturforum – Reingehört: Trond Kallevåg – Minnesota / Hubro
Von Gerhard Emmer. Sieht man beim wundersamen, wie aus einer Traumwelt herüber gewehten Desert-Sound des jüngst erschienenen Albums ‚Minnesota‘ von Trond Kallevåg die Steppenhexen vor dem inneren Auge durch die flirrende Hitze der Wüstenlandschaft wehen, denkt man zweifelsohne in erster Linie an leicht entrückte US-amerikanische oder mexikanische Musikanten in ihrem Heimatmusik-Element, kaum zwingend an einen Slide-Gitarristen mit einigen weiteren instrumentalen Professionen, dessen Heimstatt an den Gestaden norwegischer Fjorde zu finden ist.
Die musikalische Untermalung zum Kaurismäki- oder Lynch-Film, der so leider nie gedreht wurde, über die norwegischen Auswanderer, das Leben an den transatlantischen Küsten und die ikonischen Portrait-Fotos der amerikanischen Ureinwohner vom US-Ethnologen Edward Sheriff Curtis.“Minnesota‘ von Trond Kallevåg wurde vor ein paar Tagen beim stets sehr geschätzten Osloer Jazz-/Experimental-Folk-Label Hubro veröffentlicht. Neben dem norwegischen Staatsfonds wohl eine der solidesten Institutionen schlechthin, dort oben, im hohen Norden.
© Kulturforum, 31.10.2025