Live-Album von US-Jazzer Thelonious Monk „Die Reinkarnation des Klaviers als afrikanische Trommel“
Von Karl Bruckmaier (TAZ). Ein Live-Album aus dem Nachlass zeigt den US-Jazzpianisten Thelonious Monk bei einem Konzert in Bremen 1965 auf der Höhe seines Schaffens.
Den schweren Neumann-Mikrofonen auf der Bühne des legendären Großen Sendesaals von Radio Bremen entging nichts an jenem Märzabend vor 61 Jahren. Da waren öffentlich-rechtliche Profis am Werk für Siegfried Schmidt-Joos, den späteren Autor des ersten deutschsprachigen Rock-Lexikons, der hier als Redakteur von Radio Bremen anrichten ließ für einen der Großen des Jazz, für den US-Jazzpianisten Thelonious Monk (1917–1982).
Und doch: Etwas ist nicht zu hören, ist nur zu sehen, nein, zu erahnen auf der Rückseite des etwas nerdig geratenen Booklets zum Live-Album „Bremen 1965“. Es sind die Schemen des Publikums, die eine wichtige, heute kaum mehr vorstellbare Geschichte erzählen von der ersten Landung eines afroamerikanischen Raumschiffs auf westdeutschem Boden.
© TAZ, Kultur, Musik, 24.3.2026