Mark Stewart: The Fateful Symmetry – Eine letzte Wendung
Ein Musiktipp von Max Dax (FR). Zwei Jahre nach Mark Stewarts Tod erscheint „The Fateful Symmetry“ – ein unerwartet versöhnliches Album, atemberaubend schön.
Der Sänger Mark Stewart, der vor zwei Jahren im April 2023 überraschend mit 62 verstorben ist, blickte auf eine lange, unbeugsame, politisch extreme Karriere zurück. Mit der Pop Group gründete er 1977 eine kurzlebige, radikale Experimentalband, deren Sound von Dub, Punk und Industrial ihrer Zeit weit voraus war, aber einen insofern hohen Preis dafür zahlte, als dass ihr zeitlebens kaum jemand Gehör geschenkt hat.
Seiner zweiten Band The Maffia war ein ähnliches Schicksal beschieden, mit dem großen Unterschied, dass sie als exzeptionelle Live-Band – mit den fantastischen Musikern der Sugarhill Gang – immerhin über fast drei Jahrzehnte eine geradezu fanatische Fanschar um sich geschart hat. Tatsächlich war die kleine Hörerschaft Mark Stewarts eine feine, treue, denn es waren vor allem Musiker, die sich mehr oder weniger unverhohlen bei den progressiven Ideen Mark Stewarts bedienten – von Massive Attack über Nine Inch Nails bis hin zu Tricky und den Young Gods.
© Frankfurter Rundschau, Kultur, Musik, 4.8.2025