Neuer US Jazz: „Freiheit, Optimismus und Traditionspflege“
Von Sven Beckstette (TAZ). Zwei Alben von US-Jazzkünstlerinnen nehmen Spuren zum Erbe der Civil-Rights-Bewegung wieder auf: Terri Lyne Carrington & Christie Dashiell und Brandee Younger.
Was bedeutet die Jazztradition heute? Darüber können zwei jüngst erschienene Alben Auskunft geben. Denn die US-Musikerinnen Terri Lyne Carrington & Christie Dashiell – die im Duo spielen – und Brandee Younger beziehen sich in ihren aktuellen Werken auf bedeutende Momente der Jazzgeschichte. Während Carrington & Dashiell mit „We Insist 2025!“ ein Meisterwerk aus den 1960er Jahren von Max Roach und Abbey Lincoln neu interpretieren, spielte die Harfenistin Brandee Younger ihr Soloalbum „Gadabout Season“ auf dem historischen Instrument der Legende Alice Coltrane ein.
„We Insist. Max Roach’s Freedom Now Suite“ (1960) gilt als eines der ersten politischen Konzeptalben im Jazz, in dem die Forderungen der US-Bürgerrechtsbewegung nach Freiheit und Gleichberechtigung nachdrücklich in der Musik thematisiert werden. Komponiert von Schlagzeuger Max Roach und dem Dichter Oscar Brown Jr., wurde das Werk mit hochkarätigen Musiker*innen eingespielt, darunter Sängerin Abbey Lincoln, der späteren Ehefrau von Roach.
© TAZ, Kultur, Musik, 4.8.2025