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Minimal Music „Wiederholungstäter“

Seit ihren Anfängen in den USA der sechziger Jahre inspiriert Minimal Music Klangkünstler aus diversen Genres. Das zeigen auch aktuelle Minimal-Projekte.

von Christoph Wagner

Der Vorfall machte Schlagzeilen: Am 28. Februar 2016 war es beim Konzert des Cembalisten Mahan Esfahani in der Kölner Philharmonie zum Eklat gekommen. Esfahani hatte in ein Programm mit Stücken von Johann Sebastian Bach und seinem Sohn Carl Philipp Emanuel die Komposition «Piano Phase» von Steve Reich placiert. Das minimalistische Stück aus dem Jahr 1967 erregte den Unmut einiger Konzertbesucher derart, dass sie durch «Lachen, Klatschen und andere Geräusche des Missfallens den Abbruch der Darbietung erzwangen» («Kölner Stadtanzeiger»).

Reichs Schlüsselwerk der Minimal Music besitzt offenbar noch enorme Sprengkraft, was mit der Radikalität seines Stils zu tun hat, der in den 1960er Jahren die Konzertmusik auf den Kopf stellte: Das «Drama der Geige» (Philip Glass) wurde zum einen durch das Prinzip der Wiederholung ersetzt, andererseits durch Klänge langer Dauer. ….

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Angesprochene Musiktstücke:

Mahan Esfahani: «Time Present And Time Past» (Deutsche Grammophon). – Dawn of Midi: «Dysnomia» (Erased Tapes Records). – Gregor Schwellenbach, Hauschka, Erol Sarp u. a.: Steve Reich – «Six Pianos» & Terry Riley – «Keyboard Study No 1» (Film Recordings). – André de Ridder & Africa Express: «Terry Riley’s In C Mali» (Transgressive Records).

© NZZ, Feuilleton, 24.1.2017

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