Musiktipp: „Rearranging the Planets“ oder „Wir bestehen aus Sternenstaub“
Von Julian Weber (TAZ). „Rearranging the Planets“, ein Konzeptalbum des US-Trompeters Steve Lands, vermisst den Weltraum aus afrofuturistischer Perspektive.
Der Weltraum ist grenzenlos, ein Topos, der im SciFi-Zeitalter nicht nur kitschige oder technizistische, sondern auch utopische Ideen und Denkmodelle hervorbrachte: Space is the place, beim Afrofuturismus fungiert der Weltraum als Ort ohne Rassismus, „black to the future“, wie es der britische Kulturkritiker Mark Dery formulierte.
Bahnen von Planeten um die Sonne, wie sie Isaac Newton in seiner Gravitationslehre bemessen hat, durch Musik auszudrücken, ihre Positionen gar zu verändern, das hat bisher noch niemand so lustvoll und konzentriert vollführt wie der US-Jazztrompeter Steve Lands aus New Orleans mit seiner Musik.
Sein Album „Rearranging the Planets“ bringt Töne zum Schweben und verarbeitet die Schwerelosigkeit in den unendlichen Weiten zu kosmologischen Vibrationen. So nah und doch so fern: „Als Ort und Moment im Zwischenraum von Gestirnen, an dem die Körper noch von der Anziehungskraft des einen und schon von der Gravitation des anderen erfasst sind und darum in ein flüchtiges Gleichgewicht geraten.“
© TAZ, Kultur, Musik, 31.5.2025