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Neue Musik bei Ultraschall 2025: Was wird hier gespielt?

Von Jan Brachmann (FAZ). Das Festival Ultraschall erinnert in Berlin bewegend an die Musik Aribert Reimanns und Wolfgang Rihms. Mit Felicitas Hoppe und Iris ter Schiphorst gibt es eine kabarettistische Reflexion auf die Machtstrukturen der Moderne.

Dieses Glück ist wie jedes echte Glück, sonst wäre es erarbeitete Leistung, nicht zu fassen. Darin liegt auch das Schmerzliche, weil es Beschenkt-Werden und eigenes Unvermögen verschmilzt. Wenn Michael Pflumm mit warmem, ganz und gar nicht schneidendem Tenor die Töne cis-h auf dem Wort „Glück“ singt, hört man sie in diesem letzten Lied von Wolfgang Rihm als Verklärungsvorhalt in H-Dur, durch die Töne ces-es in der rechten Hand von Axel Bauni auf dem Klavier enharmonisch verstärkt.

Doch dann wird die Emphase des Glücks noch überboten durch jene des Verlassenwerdens, die Pflumms Stimme, die sich völlig unverkrampft in diese Höhe wagen kann, bis zum Vorhalt es-d treibt. Und in einem langen Nachspiel, morendo, ersterbend, verweht die Musik wie im Sommerwind.



© FAZ, Feuilleton, 19.1.2025

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