„Niemand, ich habe Geschenke für dich“ Der Roman der Sängerin Sophie Hunger
Von Nina Hurni (TAZ). Die Musikerin Sophie Hunger erzählt in ihrem Roman „Walzer für Niemand“ von zwei Einsamen und ihrer Liebe zu Klängen. Es geht auch um die Walser.
Es beginnt mit dem Ende: Mit dem letzten Ton, der verstummt, und der Erinnerung an die eigene Geburt, die auch eine Trennung ist: „Zum ersten Mal allein.“ Die Erzählerin in „Walzer für Niemand“ mag keine Erzählungen: „Ein schauriges Gefühl erfüllte uns, wenn jemand versuchte, rote Fäden zu spannen, plausible Vergangenheiten und Zukünfte zu konstruieren.“
Wir, das sind die Erzählerin und Niemand, ihr einziger Freund, ihr Begleiter, ihr Spiegelbild. Die beiden leben als Kinder im Spiegel bei Bern, einem Vorort der schweizerischen Hauptstadt. Sie hören Musik auf Langspielplatten, on repeat. Das Wiederholende gefällt ihnen mehr als das Lineare.
© TAZ, Kultur, Literatur, 14.4.2025