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NZZ: Charles Lloyd: Wenn ein Star seinem Publikum davonläuft Von Florian Bissig

Charles Lloyd war einmal ein Idol der Hippies. Doch dann suchte der Jazzsaxofonist Distanz zur grossen Masse. In den letzten Jahrzehnten blieb er sich treu, indem er künstlerisch immer weiter ging.

Manche Musiker, die es auf den Gipfel des Erfolgs geschafft haben, denken nicht daran, von dort freiwillig wieder herunterzukommen. Sie touren mit ihrem Ruhm herum, und viele Hörer sind ganz zufrieden, sie für das Immergleiche zu feiern. Diesen Weg ist der 81-jährige Saxofonist und Flötist Charles Lloyd nicht gegangen.

https://youtu.be/Uc5v7KEPPI0

Dabei hätte gerade für ihn die Verlockung gross sein können, lebenslang Kapital zu schlagen aus seiner erstaunlichen Berühmtheit. Vor rund fünfzig Jahren schaffte er mit seiner Band – in der akustischen Besetzung von Klavier, Kontrabass und Schlagzeug – das seltene Kunststück, sich beim jungen Massenpublikum durchzusetzen. Die Platte „Forest Flower“, ein Live-Album vom Monterey Jazz Festival, verkaufte sich 1967 millionenfach und katapultierte Charles Lloyd unter die Stars der Hippiebewegung. So trat er an Veranstaltungen auf, an denen sonst Rockidole wie Jimi Hendrix und Bands wie The Grateful Dead, The Who und The Doors auf dem Programm standen…

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© NZZ, 28.10.2019

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