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„Poesie des Schweigens“ Ilse Aichinger und Günter Eich

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Von Michael Braun

Das Schweigen ist in einer Gesellschaft der beschleunigten Kommunikationsprozesse via Facebook und Twitter zum Störfall geworden. Wer auf die Zumutungen der instrumentellen Sprache mit einer Strategie des Schweigens reagiert, gilt als anachronistischer Spielverderber. „Es muss mehr Schweigen in das Sprechen“, so lautet dagegen die zentrale Maxime der Dichterin Ilse Aichinger. Und ihr Lebenspartner, der Lyriker Günter Eich, ergänzte: „Sprache beginnt, wo verschwiegen wird.“ Der Rückzug aus dem Wort ist als ein Versuch zu verstehen, die bestehende Sprachordnung aus den Angeln zu heben. Wir fragen zeitgenössische Dichter nach der Aktualität dieser Poesie des Schweigens.

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© SWR 2, Literatur, 14.6.2016

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