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„Politik und Krankheit“ Ein Krisenbericht Von Markus Metz und Georg Seeßlen

Politische Verhältnisse und Personen können Menschen krank machen. Das hört sich zunächst wie eine Binsenwahrheit an. Aber erst in den Zeiten der Corona-Krise wird uns so konkret vermittelt, wie sehr sich Politik und Krankheit entsprechen. 

Politik ist eine Macht, die für die Möglichkeiten von Gesundheit oder Heilung, Vorbeugung und Aufklärung zuständig ist. Die Beziehung zwischen Staat, Gesellschaft und einzelnem Menschen vollzieht sich nicht nur in Form von Macht und Ökonomie, sondern auch in Form von Gesundheit oder Krankheit. Zum Glück oder Unglück der Menschen gehört es, welche Konzepte und Regeln in Beziehung auf Körper und Geist ausgehandelt werden, welche Art von Wert und welche Art von Solidarität sich im Bereich von Vorsorge und Hygiene, Pflege und Betreuung aushandeln lassen. Es geht in diesem Essay nur im Ansatz um das, was man „Gesundheitspolitik” nennt und was in der Pandemie überall auf den Prüfstand gelangt. Eher wird eine tiefere Beziehung zwischen Politik und Krankheit untersucht.

Es gibt keine Krankheit an sich. Es gibt nur kranke Menschen. Politik, die in der Krankheit den Menschen aus dem Blick verliert, ist selbst krank.




© Deutschlandfunk, Essay und Diskurs, 23.5.2021

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