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Pop-Anthologie: John Cale – Paris 1919 … und es regnet Beaujolais …

Von Thomas Combrink (FAZ). John Cale um 1974. Das Album „Paris, 1919“ war 1973 erschienen. Zwischen Versailler Vertrag, Berliner Mauer und Krieg in Vietnam: John Cale, der den Minimalismus in die Rockmusik einbrachte, findet mit seinem Song „Paris 1919“ den heiteren Ausdruck einer schwierigen historischen Situation.

1973 veröffentlichte John Cale den Song „Paris 1919“ auf seinem gleichnamigen Album. Dabei handelte es sich um die dritte Sammlung von Musikstücken, für die er allein verantwortlich war. Der Text des Liedes gibt keine klare Auskunft, auf welches Ereignis der Titel anspielt. Aber wenn Cale den Vers „the continent’s just fallen in disgrace“ („Der Kontinent ist gerade in Ungnade gefallen“) singt, dann bezieht sich die Zeile auf das Ende des Ersten Weltkriegs und die Pariser Friedenskonferenz 1919. Der daraus resultierende Versailler Vertrag trug zum Unheil des Zweiten Weltkriegs bei, sodass der Titel „Paris 1919“ einen ambivalenten Eindruck hinterlässt.



Außerdem taucht der Name „William Rogers“ im Text auf, der in der Amtszeit von Richard Nixon zwischen 1969 und 1973 Außenminister der USA war. Damals fanden in Paris die Friedensverhandlung zur Beendigung des Krieges in Vietnam statt, bei denen auch Rogers eine Rolle spielte.



© FAZ, 5.9.2024

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