Prestomusic – Jazz Klassiker: The Jazz Composer’s Orchestra
Von Matt Groom. „The Jazz Composer’s Orchestra“ ist ein umfangreiches Stück erstklassigen Avantgarde-Jazz der 60er Jahre, das vom Komponisten, Theoretiker und Trompeter Michael Mantler geleitet wurde.
Das Album wurde 1973 von ECM neu aufgelegt und entstand aus dem Ethos der Zusammenarbeit und des Experimentierens, das die New Yorker Szene der späten 60er Jahre prägte, und spiegelt Mantlers Vision des Jazz als kompositorische und improvisatorische Kraft wider. Das Album ist eine quasi-symphonische Reise durch die Randbereiche des Free Jazz, wobei Mantlers Arrangements weitläufig und orchestral sind und oft an Chaos grenzen – dennoch bewahren sie eine Sinnhaftigkeit, die das Werk begründet.
Das Herzstück ist die 34-minütige, zweiteilige Komposition „Communications #11“, ein monumentales Werk, das Cecil Taylors Klavier gegen das gesamte Orchester antreten lässt. Es beginnt mit einer bedrohlichen Blechbläser-Fanfare, bevor es in eine Reihe von Improvisationen übergeht, die von introspektiv bis anarchisch reichen. In gewisser Weise läutete es die nächste Phase von Taylors stilistischer Entwicklung ein, in der sich sein einzigartiger Ansatz des Free Jazz in ein völlig eigenes Universum verwandelt. Manchmal ist es fast so, als würde er die Erhabenheit Rachmaninows durch diese riesigen, klirrenden Akkorde kanalisieren, die er heraushaut, aber in etwas unglaublich Neues und Aufregendes abstrahiert. © Alle Texte: Matt Groom.
The Jazz Composer’s Orchestra
Der Anspruch des Albums ist unbestreitbar, aber seine Dichte kann überwältigend sein, sodass es sicherlich kein alltägliches Hörerlebnis ist. Mantlers Kompositionen erfordern große Aufmerksamkeit, und das Fehlen einer konventionellen Struktur oder eines Grooves kann Zuhörer, die an traditionellere Jazzformen gewöhnt sind, befremden. Für diejenigen, die sich jedoch auf das Chaos und die Komplexität einlassen wollen, bietet The Jazz Composer’s Orchestra eine lohnende Erfahrung.