Prestomusic Jazz Musiktipp: Ayumi Tanaka – Windflower / ECM
Von Maddy Allison. Mit einem musikalischen Ansatz, der die Bedeutung von Intentionalität außer Frage stellt, zieht Tanaka seit langem Raum und Andeutung über übertriebene Selbstdarstellung vor.
Seit ihrem ECM-Debüt mit Strønen’s „Time Is A Blind Guide“ und ihrer eigenen Albumveröffentlichung „Subaqueous Silence“ hat sie eine kompositorische Handschrift weiterentwickelt, die durch lyrische Fragmente, feine harmonische Verschiebungen und eine starke Zielstrebigkeit geprägt ist. „Windflower“ setzt diesen Kurs fort und bietet neun Stücke, die die Grenzen zwischen Komposition und Improvisation verwischen, wobei Melodien eher natürlich aus dem kollektiven Dialog des Trios entstehen, als dass sie konkret strukturiert wären.
Obwohl das Trio erst 2024 zum ersten Mal gemeinsam auftrat, wirkt die musikalische Chemie zwischen Tanaka, Morgan und Strønen natürlich und intuitiv. Ihr Zusammenspiel beruht auf subtiler Interaktion und belohnt das aktive Zuhören bei den reaktionsfreudigen und ineinander verwobenen Klangtexturen.
Ganz im Stil von Tanaka offenbart sich „Windflower“ auf subtile Weise – die Kunstfertigkeit liegt nicht in einer extrovertierten Darbietung, sondern vielmehr in der Sensibilität und dem Können, mit denen das Trio miteinander interagiert. Organisch und wahrhaft experimentell – wenn man nach dieser ersten Aufnahme geht, gibt es allen Grund zu der Annahme, dass Tanakas Trio gerade erst am Anfang steht.
Windflower – Ayumi Tanaka
© Prestomusic, Recording of the Week, 21.8.2026