Prestomusic Musiktipp: Mary Halvorson & Ambrose Akinmusire – Slo-Mo Neon Luminate Hoverings / Nonesuch
Von Maddy Allison. Manche Kooperationen wirken, als seien sie schon immer vorherbestimmt gewesen – und Liebhaber der Avantgarde dürften sich über diese besonders freuen. Der Trompeter Ambrose Akinmusire, der wiederholt zum „Trompeter des Jahres“ des Downbeat-Magazins gewählt wurde, und die experimentelle Gitarristin und MacArthur-Stipendiatin Mary Halvorson haben sich endlich für ihr erstes gemeinsames Album Slo-Mo Neon Luminate Hoverings zusammengetan.
Sowohl Akinmusire als auch Halvorson sind bereits eigenständige Ikonen der Jazzszene und haben beeindruckende Karrieren vorzuweisen, die sich vom Traditionellen abwenden und in die experimentellere Seite des Jazz vorstoßen.
Als Bandleaderin und Gitarristin hat Halvorson ihre eigene musikalische Sprache entwickelt, die von kantigen Melodien und subtilen elektronischen Effekten geprägt ist; für ihr jüngstes Album About Ghosts erhielt sie breite Anerkennung. Akinmusire hat sich unterdessen als unglaublich ausdrucksstarker Trompeter etabliert, der nahtlos zwischen Lyrik und fragmentierter Improvisation wechseln kann und bereits 2025 das ebenso beeindruckende wie für den Grammy nominierte Album honey from a winter stone veröffentlichte.
Auch wenn das Album bei denen, die sich nicht für die avantgardistische Seite des Jazz begeistern, vielleicht keinen Anklang findet, kann niemand die Stärke des Zusammenspiels des Duos leugnen. Jede Phrase wirkt durchdacht, und der Einsatz von Pausen wird ganz offensichtlich optimal genutzt. Slo-Mo Neon Luminate Hoverings ist stilistisch kein Easy Listening, aber wer auf der Suche nach den ausdrucksstärksten und experimentierfreudigsten Improvisatoren ist, wird sicherlich keine besseren finden.
© Prestomusic, Recording of the Week, 12.6.2026